Biblische Erzählfiguren

Was sind biblische Figuren/biblische Erzählfiguren

Biblische Figuren sind ca. 30 cm groß und aufgrund ihres Sisaldrahtgestells beweglich. Ihre Standfestigkeit in allen Positionen verdanken sie ihren Bleifüßen. Sie können vielfältige Körperhaltungen und Gebärden ausdrücken. Die Figuren lassen sich leicht in eine andere Gestalt umwandeln, indem die aus Naturstoffen bestehende Kleidung ausgewechselt werden kann.

(aus dem Werbeflyer der ABF e.V.)

Wozu sind  biblische Erzählfiguren gedacht?

Die Figuren ermöglichen einen ungewöhnlichen Zugang zu biblischen Geschichten. Gestellte Szenen erleichtern dem Betrachter die Identifikation mit den Gestalten der Bibel und deren Aussagen. Durch die Arbeit mit den Figuren werden Glaubensinhalte begreifbar gemacht, kann man sich mit seiner Figur in eine Geschichte hineinbegeben, Position beziehen. Biblische Geschichten werden so erlebbar und können den Betrachter auf ganz neue Weise ansprechen.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Sie dienen der religiösen Unterweisung im Kindergarten, in der Schule, in der Gemeindekatechese. Sie können in Kindergottesdiensten, an Bibeltagen oder zur persönlichen Meditation eingesetzt werden. Als Erzählfiguren mit nicht-biblischer Kleidung können sie in der therapeutischen Praxis, als Erzählfiguren für Märchen oder als Gesprächhilfen in der Mediationsarbeit Verwendung finden.

 

Woher kommen die biblischen Figuren/biblischen Erzählfiguren

Unter diesen Bezeichnungen entstanden die biblischen Figuren in den 60er Jahren vor allem in der Schweiz. Sie entwickelten sich aus der mittelalterlichen Tradition der Weihnachtskrippen. Das Bedürfnis nach beweglichen Krippenfiguren führte zur Entwicklung der biblischen Figuren. An der Ausprägung in ihrer heutigen Gestalt waren in der Schweiz maßgeblich beteiligt: die Ordensfrau Anita Derungs, Doris Egli, Beatrice Zimmermann und weitere Frauen.


Vorläufer für bewegliche Figuren in Deutschland sind schon in den 30er Jahren nachweisbar (Drahtfiguren nach Ruth Zechlin). Ende der 70er Jahre fanden die biblischen Figuren aus der Schweiz über die Kursleiterin Ida Marty und die Pfarrfamilie Knoch ihren Weg nach Deutschland ins Stift Urach, das Einkehrhaus der württembergischen Landeskirche. Seit 1980 finden dort regelmäßig Kurse mit biblischen Figuren statt. Im Laufe der Jahre wurde die Arbeit mit den Figuren so umfangreich, dass 1998 die Gründung des Vereins "Arbeitsgemeinschaft Biblische Figuren"- ABF e.V. beschlossen wurde.

Neben der Arbeitsgemeinschaft Biblische Figuren (ABF) gibt es in Deutschland den von Doris Egli gegründeten efa (Egli-Figuren-Arbeitskreis). In der Schweiz haben sich die Kursleiterinnen vom Schwarzenberg, dem Ursprungsort der Figuren zur vkbfs (Vereinigung Kursleiterinnen Biblische Figuren Schwarzenberg) zusammengeschlossen. Die Figuren der verschiedenen Vereinigungen unterscheiden sich nur unwesentlich. Das Ziel aller Vereine ist das gleiche: die Verbreitung der biblischen Botschaft mit Hilfe der Figuren. Alle haben sie hohe Qualitätsansprüche. An der Weiterentwicklung der Figuren wird weiterhin gearbeitet, immer wieder fließen Verbesserungsvorschläge ein.

 

Wie eine biblische Erzählfigur entsteht

Die Figuren sind nicht käuflich zu erwerben, sondern werden in Werkkursen unter Anleitung ausgebildeter WerkkursleiterInnen hergestellt.

 

(Kursleiterausbildung Stift Urach Februar 2005)

 

Die Figuren werden in sechs Größen angeboten. Zusätzlich gibt noch zwei Babygrößen und ein Krabbelkind. Diese haben jedoch keinen Hartschaumkopf und keine Bleifüße.

In einem Werkkurs mit ca. 14 Arbeitsstunden können zwei Figuren und ein Baby samt Kleidung gefertigt werden. Kenntnisse im Nähen und etwas Geschicklichkeit sind Vorraussetzung.

Viele Arbeitsschritte...

...sind erforderlich bis eine fertige Figur  vor uns steht.

(gefertigt von Frau Astrid Mordan, September 2005)